Tourismuspolitik 2012: Der Bund setzt auf Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit, Politik

Anfang April 2009 haben die wichtigsten Tourismusorganisationen die «Nachhaltigkeits-Charta des Schweizer Tourismus» unterzeichnet. Darin bekennen sie sich zur nachhaltigen Entwicklung auf den Ebenen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft. Sie verpflichten sich insbesondere dazu, ihre Mitglieder bei der Umsetzung der Nachhaltigkeit zu unterstützen, und stellen sicher, dass diese bei allen Marktteilnehmern ein Bestandteil der «Corporate Culture» wird.


Mit der Tourismuspolitik 2012 zieht der Bund nach und setzt künftig ebenfalls auf die Nachhaltigkeit. Dies ist der Winterausgabe der SECO-Publikation «insight» zu entnehmen. Der Tourismus ist nicht nur Opfer der globalen Klimaerwärmung, sondern auch Verursacher. An der 2. Internationalen Konferenz über den Klimawandel und den Tourismus, die im Juni 2007 in Davos vom SECO, von der UNO-Welttourismusorganisation UNWTO und vom World Economic Forum (WEF) durchgeführt wurde, wurde erstmals der Anteil des Tourismus am globalen Treibhauseffekt geschätzt. Mit fünf Prozent ist er signifikant. Handlungsbedarf besteht aber vor allem auch vor dem Hintergrund der längerfristigen Entwicklung. Die UNWTO prognostiziert den Anstieg der internationalen touristischen Ankünfte von 924 Millionen (2008) auf 1,4 Milliarden im Jahr 2020. Das sind zwar positive Aussichten für die Branche. Das Wachstum wird sie jedoch vor gewaltige Herausforderungen im ökologischen und sozialen Bereich stellen. Dabei darf der Schweizer Tourismus nicht Teil des Problems, er muss Teil der Lösung sein.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO beruft sich in seinem Nachhaltigkeitsverständnis auf die UNWTO und den World Travel and Tourism Council, das Forum der grössten Tourismusunternehmen. Für diese ist die Tourismusentwicklung nachhaltig, wenn sie einen Umgang mit allen Ressourcen so ermöglicht, dass wirtschaftliche, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig das kulturelle Erbe, die ökologischen Vorgänge und die natürliche Vielfalt erhalten bleiben. Als wichtige zukünftige Handlungsfelder werden der Klimawandel, der Ressourcen- und Energieverbrauch, die Angebotsgestaltung, der Zersiedelungsdruck auf die Landschaft oder Verkehrs- und Mobilitätsfragen genannt. Die Bewältigung dieser Herausforderungen ist eine Daueraufgabe aller Tourismusunternehmen und der Behörden aller Stufen.

Beat Hagmann, hotelleriesuisse