Warmwasser

Standardmassnahmen

Energiesparbereich:

Warmwasser
Warmwasserhahn und Duschbrause sind heimliche Wasser- und Energiefresser und kosten Geld. Aber auch wenn nichts läuft, verpufft viel Energie: Warmwasserspeicher und ständig zirkulierendes Warmwasser in langen, schlecht gedämmten Leitungen verpuffen Unmengen Energie, 24 Stunden am Tag.

Temperatur

Im Warmwasserspeicher 60 °C sicherstellen.
Im Gästezimmer sollte das Warmwasser mind. 50° C betragen. Der Einsatz von Spararmaturen (v.a. Sparbrau-sen) senken den Warmwasserverbrauch, produzieren einen angenehmen weichen Strahl und senken die Warmwasser-kosten erheblich.

Hygiene/ Legionellen

Leitungswasser enthält in der Regel Legionellen, eine Bakterium, welches, als Wasserdampf oder Tröpfchen (Dusche) eingeatmet, zu einer Infektionskrankheit ähnlich einer Lungenentzündung führen kann.
Empfohlen werden Warmwassertemperaturen bei der Wassererwärmung von mindestens 60° C und bei den Entnahmestellen von mindestens 50°C.
Für Warmwasserinstallationen, bei denen diese Mitteltemperaturen aus technischen Gründen nicht erreicht werden können, ist eine periodische Erwärmung auf 60° C vorzusehen (empfehlenswert einmal täglich, eine Stunde).
Falls diese Sicherheitstemperaturen aus technischen oder Energiespargründen nicht gehalten werden können, sind folgende alternative Verfahren vorzusehen:

  • Desinfektion mittels Ozon, UV und Ionisierung
  • chemische Desinfektion mit Javel oder H2O2
  • elektrolytische Desinfektion (www.newtec-berlin.de)

Folgende technische Minimalanforderung sind einzuhalten:

  • Regelmässige Kontrolle der Warmwassertemperatur
  • Kurze Leitungslängen
  • Nicht mehr genutzte Leitungsabschnitte vom Netz trennen
  • kein stagnierendes Wasser
  • optimale Rohr-Fliessgeschwindigkeiten (kleine Querschnitte)
  • Warmwasserspeicher knapp auf einen Tagesbedarf auslegen, damit wird der Wasserinhalt einmal pro 24 h komplett erneuert
  • gute Durchspülung des Netzes sicherstellen
  • Rohr-Werkstoffe mit glatten Oberflächen und Temperaturbeständigkeit wählen
  • Duschbrausen und Wasserfilter regelmässig reinigen
  • Leitungsnetz spülen vor Saisonbeginn
  • Kaltwasserleitungen dürfen nicht über 15 °C warm werden. In überhitzten Heizungsräumen sollte deshalb die Heizungsverteilung und Warmwasserverteilung gut isoliert werden.


Siehe Publikation «Legionellen und Legionellose» vom BAG www.bag.admin.ch, info@bag.admin.ch und SVGW-MB «Legionellen in Trinkwasserinstallationen»

Zirkulationspumpe

Bei sehr geringer Warmwasser-Nachfrage abstellen, d.h. nachts und evtl. auch nachmittags durch Zeitschaltuhr.

Begleitheizung

  • Nachts ausschalten.
  • Auf stark benutzte Leitungsabschnitte begrenzen.
  • Keine Kabel auf ungedämmter Leitung dulden.
  • Haltetemperatur 45 °C, – in jedem Falle tiefer als Boilertemperatur.
  • Begleitheizungen mit 60 °C ersetzen oder ausschalten (z.B. Raychem HWAT-R, rotes Kabel).

Leitungen

Gute unterbruchsfreie Dämmung ist entscheidend. (Dämmstärke soll etwa dem Leitungsdurchmesser entsprechen.) Warmwasserleitungen von Kaltwasserleitungen fern halten.

Verbrauch limitieren

  • Wassersparende Duschbrausen mit max. 12 l/Min. Einsparung ca. 10 Rp/Minute
  • Einhandmischer mit voreingestellter Spareinstellung.
  • Wassersparmischdüsen einsetzen mit 6 l/Min.
  • Undichte Ventile bei Lavabos, Spülkasten und Sicherheitsventilen ersetzen.

Verbrauch kontrollieren

Beim Kaltwassereintritt in den Speicher einen Zähler montieren und den Verbrauch vierteljährlich prüfen. Frischwasser wird immer teurer.
(Warmwasser kostet Fr. 7.– bis 11.–/m3).

Enthärten

  • In der Regel ist es wirtschaftlich, Warmwasser ab Härtegrad 25°fH vorgängig auf 15°fH zu enthärten.
  • Vorzugsweise mit Ionentauscher, Betriebskosten incl. Kapi-talkosten ca. Fr. 3.–/m3.
  • Im Osmoseverfahren so wenig wie nötig enthärten, da teuer, hoher -Energieverbrauch und zusätzlicher Wasserverlust.

Sonnenkollektoranlagen

  • Vierteljährlich an einem sonnigen Tag die Leistung der Anlage prüfen:
  • Systemdruck, Vorlauf-Rücklauftemperaturen, Speichertemperaturen, Betriebsstunden.
  • Alle 3 Jahre Zustand des Wärmeträgermediums sowie der Sicherheits- und Rückschlagventile prüfen.

Weitere Infos zum Thema

BfE Publikation: Wasser erwärmen mit Köpfchen - alles rund um warmes Wasser im Haus (pdf)

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt