Wäscherei

Standardmassnahmen

Energiesparbereich:

Wäscherei
Für jedes Hotel stellt sich die Frage: Die Wäsche selber pflegen oder durch Dritte waschen lassen? Aus-schlaggebend sind dazu betriebswirtschaftliche Gründe wie Personaleinsatz, Ausrüstung, Wäschemenge und Wäscheart sowie Wäscheverschleiss durch das Waschen. Den Energieverbrauch betrachtend, kann eine hotelinterne Wäscherei durchaus energieeffizienter waschen als die durchschnittliche Kundenwäscherei. Für die Wäschepflege gilt in ganz besonderem Masse: Für geringen Energie-, Wasser- und Waschmittelverbrauch sowie für geringe Arbeitskosten ist eine moderne, gut konzipierte Infrastruktur entscheidend. Mitentscheidend sind auch weiche Faktoren, wie Art der Textilien, Wäschereimanagement und Involvierung der Mitarbeiterinnen und Gäste.

Gäste bestimmen

Der Gast soll mitbestimmen, wie oft seine Bett- und Frottéwäsche gewechselt werden soll. Das Raumpflegepersonal muss dann auch entsprechend handeln – sonst bringt’s nichts.

Textilien

  • Leichte, fein gewebte Textilien wählen, geeignet für Wasch-temperatur von 60°C mit chemische Desinfektion.
  • Über die Lebensdauer gerechnet beträgt der Wäsche-Kaufpreis im Vergleich zu den Pflegekosten 5–10%. Damit steht fest: Nur die besten und pflegefreundlichsten Textilien sind wirtschaftlich
  • Mangelfreie Bettwäsche zahlt sich mehrfach aus!

Waschextraktoren

  • Waschmaschinen oder genauer Waschextraktoren mit tiefstem Wasserverbrauch und grösstmöglicher Schleuderdrehzahl einsetzen.
  • Restfeuchte <55% (20-jährige Geräte weisen doppelt so hohe Verbräuche auf wie heutige).
  • Warmwasseranschluss vorsehen.
  • Abwasseranschluss mit sichtbarer Stelle (prüfen, ob kein Wasserabfluss während dem Waschgang).
  • Wasser enthärten ab 15–20°fH (mit Ionentauscher).
  • Automatische Waschmittel-Flüssigdosierung.
  • Wasserniveau in Maschinen und Waschmitteldosierung periodisch durch Waschmittellieferanten überprüfen und nachregulieren lassen.
  • Evtl. Stapelspeicher vorsehen, um Warmwasser und Lauge zu sparen für den nächsten Waschgang.
  • Gerätelieferanten berechnen die Energie- und Kosteneinsparung bei einem Gerätewechsel.

Waschen

  • Stark verschmutzte Wäsche separat erfassen und waschen.
  • Nur ausnahmsweise mit Vorwaschgang; eine gute Alternative ist einweichen.
  • Waschtemperatur weitestmöglich auf 60°C beschränken. (Chemische Desinfektion anwenden)
  • Waschtrommel richtig füllen: Füllgrad 1:12 für Normalwäsche und 1:16 für feine/leichte Wäsche), d.h. 200 Liter Waschtrommel einer 20-kg-Maschine mit 17 bis 13 kg füllen.
  • Zur Sicherstellung Wäsche wiegen oder Zählliste erstellen (z.B. 28 Leintücher ergeben 1 Füllung).
  • Die Dauer der ‹Haltezeit auf Temperatur› ist entscheidend für Reinigung und Desinfektion, sie benötigt im Vergleich zum Aufheizen wenig Energie.
  • Waschmitteldosierung und Wasserniveau periodisch durch Waschmittellieferanten überprüfen und auf Wasserhärte abstimmen lassen. Die genaue Waschmitteldosierung ergibt die geringste Abwasserbelastung und das beste Waschresultat.

Verbräuche beim Waschen pro kg Wäsche

ca.-Angaben, mit Füllgrad 1⁄12, ohne Warmwasseranschluss und Wasserrückgewinnung, Wasserhärte 20°fH

Für neuere resp. alte (20–30-jährige) Waschmaschinen

Energie:

60°C: neu: 0.30 kWh /  alt: 0.4–0.6 kWh
90°C : neu: 0.55 kWh / alt: 0.7–1.0 kWh

Wasser:

60°C: neu: 16 Liter / alt: 35 Liter
90°C : neu: 16 Liter  / alt: 35 Liter

Waschmittel:

60°C: neu: 0.15 g /  alt: 25 g
90°C : neu: 0.20 g / alt: 35 g

Restfeuchte

neu: 45–55% / alt: >100%


Ein Warmwasseranschluss reduziert den Energieverbrauch um 20–40% und die Waschzeit um 10–15%. Gasgeräte brauchen 25% mehr Energie und 5% mehr Wasser.

Auswinden mit Zentrifuge

Zentrifugen sind out, da arbeitsaufwändig.

Tumbler

  • Moderne Tumbler haben einen Frischluftanteil kleiner 30%, der Rest ist Umluft.
  • Feuchte-Sensor um ein ‹Übertrocknen› zu verhindern.
  • Gut gedämmte Hülle – das heisst, dass sie sich während des Betriebes nicht erhitzt.
  • Leicht zugängliche Zuluft- und Abluftfilter.
  • Sie sind täglich mehrmals zu reinigen.
  • Gas-Tumbler benötigen 0.8 kWh/kg.
  • Wärmepumpen-Tumbler benötigen 0.35 kWh/kg.
  • Tumbler mit Wärmepumpen sind sehr empfehlenswert.

Trockenraum

Mit geregeltem Raumluftentfeuchter. Benötigt geschlossene und beheizte Räume.
Energiebedarf: 0.3 bis 0.45 kWh/kg

Mangel

  • Mangeln ist äusserst arbeitsintensiv!
  • Mangelarbeit mit leistungsfähigem Gerät auf wenige Nachmittage pro Woche konzentrieren.
  • Vortrocknen auf 25% Restfeuchte erhöht Leistung der Mangel
  • Mangel mit Abdeckhaube versehen, um Wärmeabstrahlung zu verringern.
  • Mangeln brauchen ca. 0.4 bis 0.5 kWh/kg.

Wet-Cleaning

Neues Waschverfahren, geeignet für Duvets, Kopfkissen, Küchenwäsche, Vorhänge und Sportbekleidung wie Skianzüge etc.
Gewebeschonendes Waschen, desinfisziert bei 40°C mit entsprechenden chemischen Hilfsmitteln. Geeignet sind moderne Waschmaschinen mit Flüssigdosierung.

Abwärmenutzung

Die Wärme der Abluft von Tumblern und Mangeln ist meist nur in grösseren Wäschereien sinnvoll nutzbar, da das Wärmepotential relativ gering, der technische Aufwand aber erheblich ist. Zusätzlich ist wegen der hohen Luftbelastung ein grosser Reinigungsaufwand erforderlich.
Das Kapital ist mit Vorteil in energiesparende Geräte zu investieren.
Wichtig sind gross dimensionierte Abluftleitungen ins Freie. (Achtung, dass nach aussen transportierter Lärm und Dampf die Gäste nicht stören.)

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt