Lüftung

Standardmassnahmen

Energiesparbereich:

Lüftung
Lüftungsanlagen sind aus zwei Gründen speziell zu beachten: Unnötig hoher Luftaustausch führt zu überproportionalem Strom- und zu hohem Wärmeverbrauch. Auch die Betriebszeiten können in der Regel ohne Komforteinbusse reduziert werden. Im Raucher-Sektor des Restaurants werden 50–70 m3 pro Stunde und Gast benötigt, für Nichtraucher genügen 12–30 m3. Luftbefeuchtungen sind nicht notwendig. Sie benötigen viel Energie und bilden Nährboden für Krankheitserreger. 40% relative Feuchtigkeit genügen für das Wohlbefinden. Zu trockene Luft resultiert durch eine zu hohe Frischluftzufuhr der Lüftungsanlagen im Winter.

Soviel wie nötig

Es gilt herauszufinden, wie viel Frischluft für die gestellten Ansprüche benötigt wird. Lüften Sie dazu absichtlich zu wenig und finden dabei heraus, wo die nicht zu unterschreitende Komfort-Grenze liegt.
Betriebszeiten den tatsächlichen Nutzungszeiten anpassen.

Automatisierung

Mit Raumluft-Schadstoff- oder CO2-Fühlern kann sparsames Lüften -automatisiert werden. Die Fühler messen die Luftqualität und steuern die bedarfsabhängige Lüftungsanlage.
Bei regelmässigen Betriebszeiten leisten Zeitschaltuhren gute Dienste (z.B. Toiletten, Lagerräume etc.). Auch Intervallbetrieb ist so gut möglich, speziell in wenig belasteten -Räumen (10 Min. EIN, 20 Min. AUS).
Ist der Zuluft-Ventilator ausgeschaltet, so soll auch die Pumpe des entsprechenden Heizregisters ausgeschaltet sein. (Ausnahme Frostschutz)

Wärmerückgewinnung

Temperaturen vor und nach der WRG messen und damit Wirkungsgrad abschätzen (durch Fachmann);
Verschmutzung kontrollieren (selber);
By-pass für sommerliche Temperaturen prüfen.

Befeuchtung

Befeuchter braucht es nicht; insbesondere elektrische Dampfbefeuchter entfernen (Krankheitsübertragung, unnötiger Energieverbrauch).
Forderungen nach 50% relative Feuchte können den Energieverbrauch mehr als verdoppeln.

Küchenlüftung

Die zweite Lüftungsstufe braucht ein Mehrfaches an Energie als die erste. Deshalb die zweite mit Druckknopf-Minuterieschalter einschalten, so dass sie nach 15 oder 30 Min selbsttätig wieder auf die erste Stufe zurück fällt.

Unterhalt

Zollen Sie den Unterhaltsarbeiten wie Filterreinigung oder -Ersatz, der Sauberkeit von Lüftungsgittern, Kanälen und Wärmetauschern hohe -Beachtung. (Brandgefahr bei öligen Kanälen).

Massnahmen:

  • halbjährliche Kontrolle
  • Service-Abo

Im Sommer: freie Kühlung oder ‹free coo-ling›

Das Gebäude mit der frühmorgentlich kühlen Luft durchströmen lassen und so kühlen, bevor es draussen heiss wird.

Fensterlüftung

Wenn es keine mechanische Lüftung gibt:

  • Täglich 3 x 3 Min Stosslüften ist ideal
  • intensiv lüften während der Zimmerpflege, im Speisesaal nach dem Essen. Danach schliessen!

Permanent gekippte Fenster während der Heizperiode sind «verboten». Sie führen zu trockener Luft und erhöhtem Energieverbrauch.
Magnetschalter an Fenster anbringen, um bei Öffnung Klimaanlage/Heizung abzuschalten.

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt