Kühlung / gewerbliche Kälte
Standardmassnahmen
Nahrungsmittel gekühlt oder gefroren zu lagern, ist praktisch. Leider muss dafür viel hochwertige Energie eingesetzt werden. Wichtig für den Hotelbetrieb ist ein durchdachtes Kühlkonzept: Wenige, jedoch gut gedämmte und energieeffiziente Kühlzellen und Kühlgeräte, zentrale Kältekompressoren mit optimierter Abwärmenutzung und kurzen, gut isolierten Kälteleitungen.
Man stelle sich den Weg eines Fischfilets vor: In der Fischfabrik wird es tiefgefroren und verbleibt dann dank einer lückenlosen Kühlkette in diesem Zustand, bis es in die Pfanne kommt, um kurz darauf dem Gast braun gebacken vorgesetzt zu werden. Ein energieintensives Schicksal! Noch viel energieintensiver sind frisch eingeflogene Nahrungsmittel. Beispiel Lamm aus Neuseeland: Dieses benötigt alleine für den Transport zu uns 60 kWh pro kg Fleisch. Für das Tiefkühlen und Auftauen wird je ca. 0.2 kWh pro kg Tiefkühlgut benötigt, für das Lagern ist der Energieaufwand in der Regel sehr viel grösser.
Bewirtschaftung
Keine warmen Speisen in die Kühlzellen einbringen. Tiefkühlprodukte im Kühlraum auftauen (im Voraus zu planen!).
Kühltemperatur
Regelmässige Kontrolle der Kühltemperatur.
Tiefkühlzellen sollten auf –18°C gehalten werden und nicht tiefer. Eine Unterkühlung auf –24°C benötigen 30% mehr Energie.
Beleuchtung
Glühlampen mit Tür-Bewegungsmelder sind ideal.
Aber: beleuchtete Kühlschränke mit Glastüren sind Energiefresser.
Alternative: Sparlampen oder Leuchtstofflampen brennen während der ganzen Arbeitszeit, nachts aus (Kontroll-Licht).
Kondensatoren
Falls diese die Abwärme an die Umgebung abgeben, so bedürfen sie einer regelmässigen Reinigung.
Ebenfalls ist für gute Luftzirkulation zu sorgen.
Abtauen
Mit Zeitschaltuhr die Abtauphase in den Niedertarif verschieben.
Statt Abtauwasser zu verdunsten, dieses in Ablauf leiten.
Türen und Dichtungen
Türen und deren Dichtungen müssen in einwandfreiem Zustand sein.
Wassergekühlte Kompressoren
Wasserventile können festsitzen und erhöhen sprunghaft den Wasserkonsum (es darf kein kaltes Wasser abfliessen).
Wasserkühlung ist eine teuere Lösung und sollte bei Gele-genheit auf Luftkühlung umgebaut werden.
Einzel-Kühlgeräte
Diese heizen das Klima des Standortes auf.
Wenn möglich an zentraler Kälteanlage anschliessen.
20-jährige Geräte brauchen etwa doppelt soviel Energie wie neue.
Die besten findet man unter www.topten.ch
Abwärmenutzung
Die den Kühlzellen entnommene Wärme lässt sich sinnvoll nutzen. Am besten zum Aufwärmen des Warmwassers in einem Vorwärmboiler.
Die Effizienz der Abwärmenutzung (Kondensator der Kälteanlage) ist regelmässig zu prüfen (Vorwärmboiler sollte frühmorgens auf 45°C aufgeheizt sein).
Getränke-Vitrinen, Glasvitrinen
Vorteilhaft Kühlmöbel mit Türen verwenden. Offene Vitrinen nachts entleeren und abstellen oder vor Kälteverlust schützen, z.B. Rollladen schliessen.
Minibar
Wenn möglich auf diese unwirtschaftlichen Geräte verzich-ten oder ersetzen durch effizientere Geräte (z.B. mit Kom-pressor oder Peltier-Technologie mit 0.5 kWh/24h.
Kühltemperatur periodisch überprüfen und auf ca. 10°C einstellen. Minibars brauchen keine Eisfächer. Glastüren verdoppeln zudem den Stromverbrauch.
(siehe auch BFE-Merkblatt Minibars)
Alternative: Ersatz durch Getränkeautomaten auf der Etage oder im Foyer (Alternative entspricht den Anforderungen der Hotelklassifikation 2006 für 3- und 4-Stern-Betriebe).
Klimaanlage/ Klimakühlung
Effizienz der Kälteanlagen und der Steuerung regelmässig prüfen lassen.
Klimakühlung mit ‹free cooling› kombinieren.
Kühltemperatur der Aussentemperatur anpassen (Sollwert-schiebung).
Raumkühlung nur bei vollständigem Sonnenschutz (aus-sen) freigeben (Sensoren).
Zuerst Wärme vermeiden, dann kühlen!
Gleichzeitiges Heizen und Kühlen auf der Anlage verriegeln
Kondesatorabwärme der Kältemaschine für die WW-Erzeugung verwenden.
