Holzheizungen (Pellets)

Fallbeispiele

Energiesparbereich:

Heizung

Stichwörter:

Biomasse, Heizung, Holz, pellets
Holzheizungen sind eine gute Alternative zu fossilen Brennstoffen. Effizienz und CO2-Bilanz halten sich dabei die Waage.
Pellet Heizung

Problembeschreibung

Das SolbadHotel befindet sich in Sigriswil am Ufer des Thunersees. Bei dem Haus mit Baujahr 1981 war ursprünglich eine Elektroheizung geplant. Aufgrund der hohen Stromkosten wurde jedoch eine Ölheizung eingebaut.

Mit der Übernahme des Hotels durch die Familie Wicki-Stampfli kam auch eine neue Dynamik zum Zuge. Die Badezone wurde renoviert und durch Wellness-, Sauna und Fitnesszonen ergänzt. Ausserdem wurde ein weiteres Gebäude gebaut. Neu verfügt das Hotel über 70 Zimmer (ursprünglich 59) und bietet Seminar- und Tagungsräume. Der Umbau hat sich gelohnt: Die Anzahl Übernachtungen stieg von 16'000 auf 30'000 pro Jahr, und der Wellnessbereich entpuppt sich als Besuchermagnet für Tagesgäste.

Der Familie Wicki ein war es ein Anliegen, den Bau des Panoramahauses im Jahr 2008 möglichst umweltschonend zu gestalten.

Lösung

Aus diesem Grund wurde das Gebäude besonders gut isoliert, und die Wahl fiel auf eine Holzfeuerung mit Pellets. Holz ist eine erneuerbare, C02-neutrale Energiequelle, da das bei der Verbrennung der Pellets freigesetzte CO2 zuvor vom damals noch lebenden Baum aus der Atmosphäre aufgenommen worden ist.

Kosten-Nutzen Rechnung

Da die Inbetriebnahme erst vor kurzem erfolgt ist, sind noch nicht viele Angaben verfügbar. Die Kosten für die Installation der Feuerung und des Lagerraums belaufen sich auf rund CHF 60'000. In den zehn bisherigen Betriebsmonaten wurden etwa sechs Tonnen Pellets verbrannt, woraus sich ein ungefährer Jahresverbrauch von sieben Tonnen für das Heizen einer Fläche von rund 1300 m2 (27 kWh/m2) ableiten lässt. Diese ausgezeichnete Performance ist dank des gut isolierten Gebäudes und der effizienten Pelletsfeuerung möglich. Die jährlichen Heizkosten werden sich auf rund CHF 2/m2 (unter Berücksichtigung der Amortisation der Anlage) belaufen.

Zum Vergleich: Das Hauptgebäude (immer noch Ölheizung) verbraucht 13 mal mehr Energie pro m2 (351 kWh/m2). Diese Differenz ergibt sich nicht nur aufgrund der für den Wellnessbereich und das Restaurant notwendigen Energie; die Qualität der Isolation ist ebenfalls ein Grund (ältere Konstruktion).

Beschreibung der Qualitätsverbesserung und der Vorteile

Eine Pelletsfeuerung ist eine gute Alternative zur Öl- oder Gasheizung. Voraussetzung ist ein genügend grosser Lagerraum. Es gibt verschiedene Leistungsvarianten. Die Verwendung einer Pelletsfeuerung ist genauso flexibel wie eine Ölheizung, ohne jedoch fossile Energie zu verbrauchen und CO2 auszustossen.

Details

Die Installation umfasst eine Pelletsfeuerung mit modulierbarer Leistung zwischen 16 und 60 kW. Die Pellets werden automatisch mit einer Förderschraube aus dem Lagerungsort im Nachbarraum eingespeist. Der mögliche Vorrat entspricht rund 20 Tonnen Pellets; die Lieferung erfolgt mittels Tanklastwagen.

Der einzige, bis jetzt entdeckte Nachteil sind die Holzstaubemissionen im Heizraum während der Vorratsauffüllung. Eine luftdichte Türe zwischen Lager und Heizraum und eine zusätzliche Öffnung, durch die der Überdruck bei der Pelletslieferung entweichen kann, würden dieses Problem vermutlich beheben.

Autoren

  • HES-SO // Valais-Wallis