Heizung

Standardmassnahmen

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Der „ideale Heizkessel“ ist dem Bedarf des Betriebes angepasst. Die Regelung ist bedarfsoptimiert, geheizt wird nur soviel wie wirklich nötig. Nur so wird das nichterneuerbare schwarze Gold rationell genutzt. Soviel zur Zielsetzung!

Sauberer Heizraum, sauberer Kessel, genügend Frischluft

Moderne Feuerungen sind eine saubere Sache. Schmutzige Brennluft kann Störungen verursachen, führt zu Verrussung des Kessels und damit zu messbarem Mehrverbrauch (2% pro mm Russ). Kessel regelmässig reinigen lassen. Weder Salz, Waschmittel, noch Farben im Heizraum lagern, oder Wäsche trocknen.
Die Zufuhr sauberer Frischluft sicherstellen. Am besten mit einem Kanal mit berechnetem Querschnitt bis auf den Boden oder zum Brenner führen.

Unterhalt ist matchentscheidend

Ende Heizsaison der Kaminfeger, dann der Brennerservice und anschliessend alle 2-4 Jahre die Feuerungskontrolle.
Rapporte sichtbar vor Ort aufbewahren.

Mindestens 6 Minuten

So lange sollte die minimale Brennerlauf- und Stillstands-zeit sein. Ist die Taktzeiten kürzer, so sind die Anfahrverluste zu gross und der Kessel verrust stärker und hat grössere Schadstoffemissionen.
Massnahmen: Schaltdifferenz des Kesselthermostaten vergrössern oder kleinere Brennstoffdüse einbauen.

Heizungsregelung

Eine witterungsgesteuerte Vorlauftemperaturregelung ist Grundvoraussetzung für effizientes Heizen. Optimal wäre die Ergänzung mit einem Raumthermostaten.
Die frühzeitige Nachtabsenkung ermöglicht die Nutzung der im Gebäude gespeicherten Wärme und spart Energie (Wiederaufheizen braucht bedeutend weniger Energie als warmhalten).
Sollwerte und Funktionen regelmässig überprüfen. Diese schriftlich festhalten für Saison- und Nicht-Saison-Betrieb, sowie für Sommer und Winter.

Zu grosse Kesselleistung?

Läuft der Kessel nicht 2200 – 3000 h jährlich, dann ist die Brennerleistung zu gross und er arbeitet nicht wirtschaftlich.
Brennerdüse verkleinern, wenn möglich vorhandenen zwei-ten Kessel ausschalten und hydraulisch trennen.

Faustformel für ideale Brennerleistung (Heizöl):

Mittelland: 1 kW pro 260 l Heizölverbrauch
– Bergregion: 1 kW pro 300 l
– mit Hallenbad 1 kW pro 350 l
Bei Gasheizung: 1 kW pro 2600/3000/3500 kWh

(Für Ganzjahresbetrieb, inkl. Warmwassererwärmung und 20–22°C Raumtemperatur)

Zu grosse Pumpen?

Überdimensionierte Pumpen fördern unnötig viel Heizwas-ser durchs Gebäude, was unnötig viel Elektrizität benötigt.

Überprüfung mit Faustregel:

Bei Auslegetemperatur der Heizung (z.B. Adelboden -10 °C) sollte an einem trüben Tag die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf bei Niedertemperatur-Heizkörpern mindestens 15 °C und bei Normal-Heizkörpern 12-15 °C und bei Fussbodenheizungen 8-10 °C betragen.

Betriebsoptimierungs-Tipp:

Falls zu kleine Temperaturdifferenzen festegestellt werden, sollen drehzahlgestufte Heizgruppenpumpen um eine Stufe zurück gestellt werden und die Temperaturdifferenz nach 2 Tagen überprüft werden. Bei Pumpenersatz, deren Leis-tung neu berechnen. Moderne Pumpen sind zu dem effi-zienter.
(siehe auch www.minergie.ch/leistungsgarantien.html, Merkblatt Dimensionierungshilfe Pumpen)

Leitungen

Die Leitungen des Heizungswassers sollten vor allem im Keller möglichst lückenlos gedämmt sein. (Dämmstärke etwa entsprechend Leitungsdurchmesser; auch 3 cm bringt schon viel)

Thermostatventile

Alle Heizkörper und Bodenheizungen mit selbst regulieren-den Thermostatventilen ausrüsten, insbesondere in allen südseitig gelegenen Räumen.
Thermostatventile in Hotelzimmern normal auf Stellung 3, wird dieses nicht benutzt auf 1, ausserhalb des Heizbetrie-bes auf Ruhestellung 5 (verhindert Festsitzen der Ventile).

Weitere Infos zum Thema

Wollen Sie es genau wissen, so gibt «Der Heizkompass» auffindbar unter www.energie-schweiz.ch (unter Angebot Gebäude, unter Produkteplattform) vertiefte Auskunft.
Falls Sie einen Heizungsersatz planen, verlangen Sie die Leistungsgarantie von EnergieSchweiz. Damit sichern Sie sich ein energieeffizientes Produkt, eine korrekte Dimensionierung und einen energieeffizienten Betrieb der neuen Anlage.

Publikation EnergieSchweiz: Heizen mit Köpfchen. Jedes 6. Jahr gratis heizen.

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt