Hallenbad und Wellness

Standardmassnahmen

Energiesparbereich:

Hallenbad und Wellness
Hallenbäder und Wellness-Einrichtungen sind Energie-Grossverbraucher. Hohes Temperaturniveau von Luft und Wasser, viel verdunstendes Wasser, zahlreiche leistungsstarke Pumpen und lange Bereit-schaftszeiten führen dazu. Energieeffizienz ist auch im Wellnessbereich möglich!

Infrastruktur

  • Die Gebäudehülle inkl. Technikräumen und Kellerboden ist wesentlich besser zu dämmen (mind. 20 cm Dämmstärke, U-Wert < 0.2 W/m2K) dies bringt höhere Bodentemperatur.
  • Besonderes Augenmerk ist dem guten Dämmwert der Fenster zu widmen (UGlas < 1.0 W/m2K), um den Kaltluftab-fall zu verringern. Bei Fensterersatz 3-fach Wärmeschutz-gläser wählen (siehe auch unter 6.1 Gebäudehülle).
  • Wärmebrücken weitestgehend ausschliessen, um Konden-sationsherde/Feuchteschäden zu vermeiden.
  • Das Wasser soll von den Hallenbadböden durch -entsprechendes Quergefälle abfliessen können. So kann Wasserverdunstung vermindert werden).
  • Konsequente Abwärmenutzung: Abwärmenutzung aus dem Abwasser vom Becken, Filterrückspülung, Whirlpool und Duschen vorsehen.
  • Automatische Schwimmbadabdeckung insbesondere bei langen nächtlichen Betriebsunterbrüchen.
  • Separate Wasser- und Stromzähler installieren. Diese hel-fen bei der -Optimierung und decken Fehler auf.

Bereitschaftshal-tung – hat es Gäste?

Ohne die Gästewünsche zu tangieren, Bereitschaftszeiten soweit möglich einschränken. (Licht, Dampferzeugung, Sauna, Abdeckung vom Bad, -Lüftung)

Betriebsoptimie-rung

  • Höhere Raumluftfeuchte soweit zulassen, dass kein Kon-densat an Aussenwänden oder Fenster entsteht (ca. 50 bis 60% im Winter). Bei allfälligem Fensterersatz Gläser mit tiefem U-Wert (< 1.0 W/m2K), wenn möglich 3-fach Wärme-schutzglas wählen.

  • Nachts mit erhöhter Raumluftfeuchte fahren. Die Lüftung mit möglichst wenig Aussenluftanteil betreiben

  • Reduzierung der Umwälz- und Filterpumpen auf das wirk-lich Notwendige, nachts auf 30% Umwälzleistung reduzie-ren.

  • Förderleistungen der Pumpen nicht drosseln, sondern Pumpenleistung reduzieren ‘ erfordert drehzahlgeregelte oder drehzahlgestufte Pumpen und 9–12 l Durchsatz pro Minute.

  • Duschen mit Knopfdruck-Minuterieschaltung.

Lüftung

Hauptaufgabe der Lüftung ist nebst der Lufterneuerung die Entfeuchtung derselben.

Ideal sind Entfeuchtungs-Wärmepumpen

Mehrstufige Lüftungsventilatoren ermöglichen den bedarfs-spezifischen Betrieb entsprechend der Luftfeuchte (Auto-matisierung).

Dampfbad

Betriebsbereit bei 30°C, Dampf mit 45°C bei Betätigung eines Druckschalters durch den Gast. Minuterie schaltet nach 15 Min zurück in -Bereitschaftsbetrieb.

Alternative E-nergieträger

Infolge des ganzjährig hohen Energieverbrauches können Sonnenkollektoren und Wärmekraftkopplungen besonders effizient betrieben werden.

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt