Gebäudehülle

Standardmassnahmen

Energiesparbereich:

Gebäudehülle
Eine gut gedämmte, dichte Hülle garantiert Komfort, Schadenfreiheit und geringe Energiekosten. Denn in diesen Gebäuden stellt sich bereits bei 19°C ein hohes Komfortgefühl ein und zudem haben Schimmelpilze keine Chance. Bei ungenügender und undichter Dämmung werden stark überhöhte Raumlufttemperatur benötigt, um warm genug zu haben, aber richtig behaglich wird’s trotzdem nicht. Kältestrahlung und Zugluft verhindern dies. Dazu kommen wesentlich höhere Energiekosten; pro zusätzlichem Grad Raumtemperatur steigt der Energieverbrauch um etwa 6%. Wollen Sie zur Werterhaltung und für besseren Komfort die Gebäudehül-le sanieren, so finden Sie hier wertvolle Tipps.

Wärmedämmung prüfen

Wie gut ist die Dämmung? Als Vergleich die Erfordernisse an einen Neubau: Bei Neubauten sind je nach Baukon-struktion 16–20 cm eines üblichen Dämmstoffes (wie Mineralwolle) vorgeschrieben.

Estrich

Sind Dachboden oder Dachschrägen gedämmt? Eine nachträgliche Dämmung kann in der Regel kostengünstig erstellt werden (bei genügender Zugänglichkeit ca. Fr. 100.–/m2). Empfohlene Dämmstärke: mind. 12 cm.

Keller

Ist die Kellerdecke und die Decke über der Tiefgarage gedämmt? (Kosten bei guter Zugänglichkeit ca. Fr. 75.–/m2). Empfohlene Dämmstärke: mind. 10 cm

Aussen- oder innendämmen?

Falls die Fassaden Risse oder Wasserschäden aufweisen und die vorhandene Dämmstärke unter 8 cm liegt, so sollte die Gebäudehülle auf der Aussenseite lückenlos nachge-dämmt werden. Die Mehrkosten der zusätzlichen Isolation lassen sich in vernünftiger Zeit amortisieren.
Ist eine Aussendämmung nicht möglich, kann auch innen gedämmt werden. Dies bedingt jedoch eine sorgfältige bauphysikalische Abklärung. Nachteilig sind Nutzflächen-verluste und Wärmebrücken (Verfärbungen).
Einziger Vorteil: Räume können etappenweise saniert werden.

Undichte Fenster

Falls die Fensterflügel noch in gutem Zustand sind, vom Schreiner im Fensterfalz eine Nute einfräsen lassen, damit er dort eine entsprechende Dichtung (z.B. mit Schlauchpro-fil) einlegen kann (Kosten ca. 12.– pro m oder 50.– pro m2 Fensterfläche).
Alternativ dünne Dämmschlauchprofile einsetzen, falls Massnahme wie oben erwähnt zu umständlich erscheint.

Achtung Schimmelpilz!

Räume mit ungenügend gedämmten, massiven Aussenflä-chen neigen zu Schimmelpilzbefall und müssen deshalb während der Heizperiode genügend belüftet werden. Dies insbesondere auch dann, wenn sie nicht voll beheizt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit soll in diesen Räumen möglichst 40% nicht überschreiten. Damit wird die Gefahr von Schimmelpilzbefall an kalten Oberflächen erheblich gesenkt.
Also für genügende Durchlüftung sorgen!

Alte Fenster

Fenster beheizter Räume mit Einfach- und Doppelvergla-sung (evtl. auch mit alter Isolierverglasung) und schlechten Rahmen sind meist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und sollten komplett ersetzt werden.

Fenster mit alter Isolierverglasung

Sind bei Fenstern mit alter 2-fach Isolierverglasung (U-Wert ca. 3.0 W/m2K) die Rahmen noch gut und dicht, so können alte Verglasungen mit neuen 2-fach Wärmeschutz Vergla-sungen (UGlas = 1.0 W/m2K), welche drei Mal weniger Wär-me durchlassen, ersetzt werden (Kosten Fr. 200 – 300 pro m2).
Alte 3-fach Isolierverglasungen (U-Wert ca. 2.0 W/m2/K) aus den 80-er Jahren können durch 3-fach Wärmeschutz-verglasungen (UGlas = 0.6 W/m2K) ersetzt werden.

Fenster ersetzen

Neue Fenster müssen heute einen UW von max. 1.3 W/m2K erfüllen. Dies bedingt eine Verglasung mit einem UGlas ≤ 1.0 W/m2K und einen Rahmen mit einem UF = 1.4 W/m2K. Bes-te Fenster erreichen heute UW-Werte von unter 1.0 W/m2K (Minergie). 3-fach Wärmeschutzverglasungen sollte auf Ost-, Süd- und Westfassaden einen Gesamtenergiedurchlassgrad (g) von mindestens 55% aufweisen. So können die Sonnengewinne optimal genutzt werden. Je geringer der Rahmenanteil, umso besser der Dämmwert (UW) des Fensters und umso mehr Tageslicht und Sonnengewinne können genutzt werden. Kostenpunkt neue Fenster: Fr. 800 - 1’000.-/m2

Aussentüren, Windfang

Für Winddichtigkeit sorgen, wie bei den Fenstern.
Stark frequentierte Türen benötigen einen Windfang (Schleuse). Dieser soll nicht beheizt sein, sondern die un-angenehmen Zug-Erscheinungen im Innenraum verhindern. Damit dies klappt, muss immer eine Türe geschlossen sein, d.h. der Abstand zwischen den Türen muss gross genug sein.

Automatische Türen

Der meistens sehr schlechten Winddichtigkeit automati-scher Türen ist besonderes Augenmerk zu widmen.
Winddichter sind elektrische Drehtüren, z.B. optisch an-sprechende Glasdrehtüren.

Autoren

  • Alteno AG
  • Bundesamt für Energie
  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt