Fassade sanieren

Fallbeispiele

Energiesparbereich:

Gebäudehülle

Stichwörter:

Fassade, Isolation, Sanierung
Im Ferienhotel Jungfraublick in Wengen mit seinem typisch alpinen Baustil geprägt von Holz in der Fassade stehen nach 30 Jahren Betrieb umfangreiche Sanierungsmassnahmen an. Bei der Fassadenerneuerung wurden auch energetische Massnahmen geprüft.

Problembeschreibung

Im Ferienhotel*** Jungfraublick in Wengen mit seinem typisch alpinen Baustil geprägt von Holz in der Fassade stehen nach 30 Jahren Betrieb umfangreiche Sanierungsmassnahmen an. Die Bausubstanz des zweiteiligen Baukörpers mit 42 Gästezimmern ist gut erhalten, jedoch zeigt die Fassade Schwachstellen. Die alten Fenster mit hohen Wärmeverlusten und Abnutzungserscheinungen, die schlecht gedämmten Holzelemente der Fassade und die auf drei Seiten zu Balkonen auskragenden Geschossdecken legen die Erstellung eines Konzeptes für die Fassadensanierung nahe.

Lösung

Nach der detaillierten Bewertung der Gebäudehülle stehen zwei Varianten zur Fassadenerneuerung zur Wahl. Einerseits der Einbezug der bisherigen Balkone in das Bauvolumen wobei eine aussen liegende Glasfassade auf den drei Seiten mit Balkon den neuen Gebäudeabschluss bildet und die Fenster auf der vierten Seite erneuert werden. Andererseits der Erhalt des Baukörpers in seiner Erscheinung mit Erneuerung der Fenster und Aufdämmen der Fassadenelemente. Beide Varianten beziehen sich auf den oberen Teil des Gebäudes in welchem sich die Gästezimmer befinden und die mit dem zu erzielenden Komfortgewinn Vorrang haben.

Fassade Jungfraublick

Kosten-Nutzen Rechnung

Variante

 

A

B

C

D

Energiekennzahl Wärme

MJ/m2

772

540

472

280

Beheizte Bruttogeschossfläche

m2

1’825

1’825

1’825

2’393

Einsparung Öl

Liter

Bestand

9’000

12’000

17’000

Investitionen

Fr.

Bestand

282’000

362’000

630’000

Beschreibung der Qualitätsverbesserung und der Vorteile

Komfortgewinn, Wertsteigerung für das Gebäude, verringerter Energiebedarf, bei Variante D Vergrösserung der Nutzfläche des Gebäudes

Sonstiges

File 92

Tabelle: Fassadenvarianten mit Bauteilkenndaten, Kosten und Energiekennzahl "Wärme"*

* Hinweis: die heutigen gesetzlichen Anforderungen sind tendenziell strenger (z.T. auch nach Kantonen unterschiedlich; dies ist bei der Ausarbeitung neuer Sanierungskonzepte zu berücksichtigen)

Was ist zu beachten?

  • Wird die Fassade erneuert, dann sind immer auch energetische Massnahmen zu prüfen.
  • Beratung und detaillierte Beurteilung durch einen Fachmann.
  • Berücksichtigung der Nebeneffekte.

Übertragbarkeit auf andere Hotels

Der alpine Baustil geprägt von Holzelementen in der Fassade und im Innenraum, typischerweise mit geringer Wärmedämmung ist weit verbreitet und vielfach noch im Originalzustand erhalten (d.h. 25 Jahre oder älter).

Autoren

  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • FHBB-IfE
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt