Wellness

Fallbeispiele

Energiesparbereich:

Hallenbad und Wellness

Stichwörter:

Hallenbad, Sauna, Wellness
Das Hotel Belvédère in Spiez ist ein Ferien-, Gourmet- und Seminarhotel. Das grosszügige Wellness Angebot, welches vor einigen Jahre ausgebaut wurde, führte zu einer Steigerung des Strombezugs und der elektrischen Spitzenlast im ersten Jahr von etwa 20% und im zweiten Jahr sogar von rund 35%.
Hotel Belvédère, Spiez

Problembeschreibung

Das ****-Hotel Belvédère in Spiez an den Gestaden des Thunersees bietet sich seinen Gästen mit 33 Zimmern als Ferien-, Gourmet- und Seminarhotel an. Mit einem neu erstellten Wellness-Bereich mit grossem Whirlpool, Blütenbad, Bio- oder Finnensauna, Hammam-Dampfbad, Erlebnisduschen, Solarium, Kneippgang und Fitnessraum wurde das Angebot 2001 abgerundet. Dies führte zu einer Steigerung des Strombezugs und der elektrischen Spitzenlast im ersten Jahr von etwa 20% und im zweiten Jahr sogar von rund 35%.

Lösung

  • Lüftung mit guter Wärmerückgewinnung (>65%), geregelt nach Raumluftfeuchte; möglichst nur Aussenluft und wenig Umluft, Volumenstrom so gering wie möglich.
  • Eine Lüftungsanlage im Bäderbereich sollte nur zur tatsächlichen Lüftung und Entfeuchtung jedoch nicht zur Raumheizung dienen
  • Bedarfsregelung für Sauna & Dampfbäder
  • Abdeckung des Pools & Überlaufrinne mit Schwallwasserbehälter zur Minimierung der Abwassermenge und Verdunstung
  • Bewegungsmelder für Beleuchtung, Wasserpumpen & Bereitschaft Dampfbad
  • Pooltemperatur ca. 28°C ausreichend / Wärmerückgewinnung Pool- & Duschabwasser
  • Spitzenlastmanagement für Sauna, Dampfbad, Küche, Wäscherei, Kälte

Kosten-Nutzen Rechnung

Massnahme

Kosten

Nutzen

Regelung für Lüftungsanlage

2'000-3'000 Fr.

Energieeinsparung ca. 2'000.- Fr./a

Poolabdeckung

ca. 6'500.- Fr.

Verringerung der Verdunstung
mit Folgeeinsparung bei Lüftung

bedarfsgeregeltes Dampfbad / Sauna

ca. 2000.- Fr.

Energieeinsparung bis 3'000.- Fr./a

Bewegungsmelder

200-500.- Fr.

Energieeinsparung 800.- Fr./a

WRG Pool-&Duschabwasser

5'000-20'000.- Fr.

Energiegewinn 1'000.- Fr./a

Spitzenlastmanagement

ab 10'000.- Fr.

25-35% der Leistungskosten

ca. 100 – 150 Fr./kW/a

Was ist zu beachten?

  • Die Oberfläche des Pools sollte im Wellness-Bereich so gross wie nötig und so klein wie möglich gehalten werden – eine gute Alternative sind Einzel-Whirlpools.
  • Besonders bei wechselnder Auslastung ist eine bedarfsgesteuerte Regelung für Sauna und Dampfbad mit Aktivierungstaster für Gäste sinnvoll.
  • An die begrenzenden Wand-, Boden- und Deckenflächen im Wellness-Bereich bestehen besondere Feuchte- und Temperaturanforderungen. Eine gute Dämmung macht sich wegen der reduzierten Betriebskosten für Lüftung und Heizung doppelt bezahlt.
  • Der Einsatz energieeffizienter Beleuchtungstechnik
  • Eine Energiebuchhaltung verschafft Transparenz und ist die Basis weiterer Optimierungen.
  • Eine integrale Planung und gesamtheitliche Beurteilung des Wellness-Bereichs

Details

Die Raumlufttemperatur im Badebereich sollte 27 - 30°C bzw. 2 - 3°C über Beckenwassertemperatur sein. In der Tabelle rechts sind die Behaglichkeitsgrenzen für den Menschen aufgeführt. Eine schlechte Gebäudehülle erfordert tiefere Raumluftfeuchten oder eine höhere Raumtemperatur und damit einen deutlich höheren Energieaufwand!

Temperatur

Feuchte

jede

< 11.5 – 13 g/kg

32 °C

40 – 45 %

30 °C

45 – 50 %

28 °C

50 – 55 %

26 °C

55 – 65 %

Übertragbarkeit auf andere Hotels

Viele Hotel-Betriebe sehen im Wellness-Trend eine Chance und haben bereits oder werden ihr Hotel mit einem Wellness-Angebot ergänzen. Für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb müssen die folgenden Fragen beantwortet sein:

  • Wie lange hält der Wellness-Trend noch an?
  • Wie passt Wellness zum Gesamtkonzept des Hotels?
  • Welcher Umfang ist der richtige?
  • Spezialisiertes Gesundheits- & Wellness- Hotel / Wellness als notwendige Abrundung des Angebots im Luxushotel / Wellness als Bonbon / Wellness-Angebot als eine von mehreren Komponenten / oder ist gar eine Integration von lokalen externen Unternehmen ins Angebot möglich & sinnvoll?

Autoren

  • Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Energie am Bau
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt