Gewerbliche Kälte

Fallbeispiele

Energiesparbereich:

Kühlung/gewerbliche Kälte

Stichwörter:

Kühlung
Auf Wunsch eines Gourmet-Kochs wird die Kälteanlage durch eine doppelt so grosse ersetzt. Eine erste Energieanalyse zeigt, dass die Kälteanlage dauernd läuft. Stromverbrauch und Stromkosten sind markant gestiegen. Wie bei der gewerblichen Kälte gespart werden kann, zeigt dieses Beispiel.
Kühlgeräte (Quelle EnergieSchweiz)

Problembeschreibung

Auf Wunsch eines Gourmet-Kochs wird die Kälteanlage durch eine doppelt so grosse ersetzt. Sie ist in die Bereiche Plus-Kühlung (Frischwaren) und Tiefkühlung (Gefrierware) unterteilt. Im Restaurant wird eine grosse Salatbar installiert.

Eine erste Energieanalyse zeigt, dass die Kälteanlage dauernd läuft. Stromverbrauch und Stromkosten sind markant gestiegen. Für die 40%-Bandlast beim elektrischen Energieverbrauch ist zu 90% die gewerbliche Kälte verantwortlich.

Lösung

Zuerst ist zu überlegen, wie viel Kälte wirklich benötigt wird. Nur so viel kühlen bzw. tiefkühlen, wie wirklich nötig. Keine unnötigen Reserven im Tiefkühlraum einbauen. Der Kühlraum sollte gut isoliert werden und die Türen müssen dicht schliessen. Die Abwärme nicht über das Dach vernichten, sondern mit einer Wärmrückgewinnung (WRG) für das Brauchwarmwasser nutzen. Die WRG lohnt sich auch rein wirtschaftlich fast immer.

Massnahmen

  • Die Menge der gekühlten Waren im Rahmen der Liefermöglichkeiten einschränken.
  • Möglichst viel „zentrale Kälte“ verwenden (Einzelgeräte heizen den Raum auf).
  • Bei Hotels mit hohem Warmwasserverbrauch immer WRG einplanen.
  • Kältemittelleitungen so kurz als möglich
  • Kühlschrank und Herd/Heizöfen nicht nebeneinander aufstellen, sondern vis-à-vis.
  • Geräte (Salatbar, Getränkekühler, etc.) in der Mittagspause und nachts abdecken
  • Kühltemperatur wöchentlich prüfen und an die Ware anpassen (nicht tiefer als erforderlich). Tiefkühlzellen mit -24°C statt -18°C benötigen 30% mehr Energie!
  • Auf gute Luftzirkulation an den Kühlstellen achten (nicht überladen, gleichmässig verteilen, Belüftungsschlitze nicht zudecken)
  • Kühlvitrinen mit Türen statt Rollos verwenden(ohne interne Beleuchtung)
  • Kühltruhe alle 3-6 Monate reinigen (auf Tauwasserrinnen achten)
  • Kondensator (Gitterlamellen) regelmässig reinigen
  • Die besten Haushaltsgeräte sind unter www.topten.ch aufgeführt.
  • Auf Energielabel achten: Geräte mit „A+“- oder „A“-Label wählen.

Autoren

  • FHBB-IfE
  • Ingenieurbüro Energie und Umwelt